Ein Stück, das die Zeit zum Stilstand bewegt und die ganze Aula zum Nachdenken bringt. Die Theatergruppe der Realschule im Blauen Land hat Ende November die Zeiger regelrecht angehalten. Unseren Eltern und MitschülerInnen wurde ein faszinierendes Theaterstück mit dem Titel “Momo rettet die Zeit” präsentiert. Das Manuskript orientierte sich dabei am Roman “Momo” von Michael Ende, einem der bedeutendsten Kinderbuchautoren hierzulande, der in Garmisch-Partenkirchen geboren wurde und dessen Werk “Momo” 2023 50 Jahre alt wird. Ein Jubiläumsjahr sozusagen. Mit über sieben Millionen verkauften Exemplaren ist “Momo” nach der “Unendlichen Geschichte” das erfolgreichste Buch des beliebten Kinderbuchautors.

Michael Ende Foto: dpa/Jörg Schmitt

Momo als Retter der Zeit

Es handelt von einem junges Mädchen Namens Momo, welches in das örtliche Amphitheater eingezogen ist. Zuerst scheint alles normal und Momo genießt ihre Zeit mit ihren Freunden Beppo und Gigi. Doch als plötzlich die grauen Herren von der “Zeitsparkasse” in der Stadt auftauchten, scheint alles verloren. Momo, die sich an die Begegnung mit einem dieser grauen Herren fälschlicherweise erinnern kann, flieht mit der Hilfe der Schildkröte Kassiopeia in das magisch versteckte Nirgendhaus. Dort trifft sie den “Verwalter der Zeit”, Meister Hora, an. Gemeinsam besiegen sie die Grauen Herrn, indem sie sie in das zeitlose Nirgendhaus einsperren.

Die Umsetzung: Viel Harmonie, etwas zu leise aber insgesamt sehr hochwertig

Mit der Hilfe von Lichtern und Musik Einspielern wurde unsere Aula in eine ganz eigene Zeitblase versetzt. Auch wenn anfangs einige Verwirrungen im Raum standen, wie z.B. das plötzliche Ersetzen von der Hauptfigur Momo, war das Stück insgesamt sehr hochwertig. SchülerInnen aus allen Jahrgangsstufen haben mit exzellenten schauspielerischen Künsten perfekt harmoniert. Des Weitern war auch der Szenenwechsel zu Beginn etwas holprig, da die Schauspieler einfach von der Bühne gestürmt sind. Aus unsere Sicht, hätte dies etwas flüssiger in die Handlung übergehen können. Auch die Lautstärke, die trotz der versteckten Mikrophone sehr leise war, wäre ein Kritikpunk, der vielleicht bei der nächsten Aufführung, z.B. durch Ansteck-Mikros behoben werden sollte. Außerdem schien es so, als hätte die Orga nicht mit einer so großen Menge an Menschen und Fans gerechnet, da die Aula inklusive der Treppen rappelvoll war. Hier wäre eine Überlegung für zwei Aufführungsabende vorteilhaft gewesen.

Die grauen Herren in der Theaterumsetzung von “Momo” an der Realschule im Blauen Land Foto: Gilg

Ein Abend, der nach einer Wiederholung schreit

Im Großen und Ganzen war die Aufführung der Theatergruppe ein sehr gelungener Abend, der nach ein Wiederholung schreit. Wie bereits erwähnt, waren die schauspielerischen Künste der Teenagern auf hohem Niveau. Auch die Umsetzung der eigentlichen Handlung wurde sehr gut inszeniert. Ein magischer und zeitloser Abend, den man mit Sicherheit nicht mehr vergessen wird. Vielen Dank für Eure Mühe!

(Vreni Gilg)

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