Es muss in der Nacht von 20. auf 21. November 2021 passiert sein, als Unbekannte die Realschule im Blauen Land mit Graffiti beschmierten. Ein Schock für die Schulgemeinschaft. Ein Anschlag auf unsere Schule, anders kann man das nicht mehr nennen. Die Polizei berichtete im Münchner Merkur, dass die Sprayer wohl im Schutz der Dunkelheit kamen. Die Polizei erhielt um 4.10 Uhr Kenntnis darüber. Die Sprayer haben unsere Schule mit den übelsten Schmierereien verunstaltetet. Für euch haben wir exklusives Bildmaterial dazu. Exklusiv deshalb, weil es den zwei Hausmeistern zu verdanken ist, dass die Schmierereien jetzt nicht mehr unsere Schule verunstalten. Gleich am Sonntag haben sie alles in die Wege geleitet, um die Wände sauber zu machen.

“Rebellion”-Graffiti
Hinweise auf Coronaleugner finden sich auf der Seite des Pausenhofes Foto: Privat
Schriftzug, der die Judenverfolgung mit dem Status “Ungeimpfte” gleichstellt Foto: Privat

Täter aus der linken Szene oder doch Querdenker?

Um Rückschlüsse zu ziehen, wer wohl die Täter sind, haben wir auch die Schmierereien analysiert. Neben Vergleichen, die ganz klar als antisemitisch einzuordnen sind (mehr zum Thema “Antisemitismus” im Kasten), gibt es auch das “Anarchie-Symbol”, das nicht nur an der Schule immer wieder auftaucht, sondern die ganze Straße entlang bis zum Bahnhof immer mal wieder von wahrscheinlich denselben Tätern aufgesprayt wurde. Mehr zum Symbol lest ihr ebenfalls im Infokasten. Verbindet man das Symbol und auch die Aussagen, bleibt ein wirres Bild übrig: Einerseits verharmlost der Täter / die Täterin den Holocaust, die Ermordung von sechs Millionen Juden während des Zweiten Weltkriegs, auf der anderen Seite steht das Anarchie-Symbol klar für die linke Szene in Murnau und Umgebung. Geht es am Ende gar nicht um die Impfung sondern nur gegen die staatliche Ordnung, die schon jetzt eine Impflicht für 2022 in Aussicht stellt? Wir sind gespannt, was die Polizei hier noch herausfindet und halten euch gerade in dieser Hinsicht auf dem Laufenden.

Antisemitismus
Antisemitismus ist eine Abneigung oder Feindschaft gegenüber dem jüdischen Volk. Antisemitismus zeigt sich in Beschimpfungen, Lügen, Erniedrigungen oder Ungerechtigkeiten gegenüber den Juden. Heute steht im Grundgesetz, dass antisemitistische Aussagen oder Taten verboten sind (z.B. judenfeindliche Parolen, Schmierereien oder geschändete jüdische Grabmäler).
Juden wurden schon im Mittelalter verfolgt, aus Gründen wie zum Beispiel, dass man sie zum Tode Jesus Christus verschuldet hat oder dass sie sich von ihrer Umwelt dem Rest der Gesellschaft unterschieden haben (z.B. unterschiedliche Bräuche, andere Kleidung oder sie sprachen auch eine andere Sprache) und natürlich hatten sie auch ihren eigenen Glauben. Dadurch dass sie anders waren, hat man sie früher für alles mögliche zum Sündenbock gemacht.

Anarchismus
Anarchismus kommt aus dem Griechischen und bedeutet Herrschaftslosigkeit. Anarchismus ist eine Form der Politik, in der es keinen Herrscher gibt. Es gibt also keine staatliche Gewalt oder keinen von der Gesellschaft gewählten Vertreter. Anarchismus verbreitete sich in Europa im 19. Jahrhundert, etwa zur selben Zeit wie der Kommunismus (Die Gesellschaft soll überall die gleichen Rechte haben). Kein Staat dieser Welt trägt die Gesellschaftsform Anarchismus.
Das Zeichen für Anarchismus (ein großes A in einem Kreis) befindet sich auf den Schmierereien Bild: Pixabay

Zuletzt haben wir vom Blog auch noch ein exklusives Kurzinterview mit dem Rektor unserer Schule, Herr Havelka, über die Tat führen können:

blogimblauenland.de: Herr Havelka, was war für sie schlimmer, die Graffiti an sich oder die Aussage der Schmierereien?
Hr. Havelka: Der Vergleich Juden früher und heute Ungeimpfte ist einfach schlimm. Ich sehe ein, dass es Leute da draußen gibt, die keine Masken tragen willen, aber das rechtfertigt auch kein Graffiti, da es sich dabei immer noch um Sachbeschädigung handelt. Allerdings ist der Vergleich Juden mit Ungeimpften gerade in Deutschland völlig daneben.

blogimblauenland.de: Was war ihre erste Reaktion, als sie von den Schmierereien erfuhren?
Hr. Havelka: Ich war schockiert. Der Aufwand für die Hausmeister, die Wand zu reinigen, war auch enorm. Dass ich von der Polizei erfahre, dass so etwas ausgerechnet an unserer Schule steht, war keine schöne Nachricht an einem Sonntagvormittag.

blogimblauenland.de: Gibt es Möglichkeiten, solche Sachbeschädigungen in Zukunft zu verhindern?
Hr, Havelka: Es ist schwierig so etwas zu verhindern, denn man müsste einen Zaun um die Schule ziehen oder Kameras aufstellen, was jedoch nicht so leicht ist in Deutschland. Es gibt Ideen, diese sind aber oft schwer umsetzbar. Ein Zaun wäre eine Idee, allerdings verleiht es der Schule ein Bild, was ich eigentlich von meiner Schule nicht haben will.

blogimblauenland.de: Denken Sie es war ein Schüler oder jemand, der nichts mit der Schule am Hut hat?
Hr. Havelka: Man kann es zwar nicht ausschließen, aber es ist wohl kein Schüler unserer Schule gewesen. Vermutlich hat die Person schon öfters Graffiti-Anschläge durchgeführt. Die meisten Wörter, die verwendet wurden, kennen die meisten unserer Schüler nicht.

(Yvonne Page, Magdalena Pavel, Hannes Bräu, Celina Schulze)

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