Wenn ihr schon immer einen Tag lang Römer sein wolltet, dann ward ihr bei unserm “Römerprojekt” an der Realschule im Blauen Land 2022 falsch. Klingt hart, ist aber so. Manchmal tut die Wahrheit weh und so ehrlich müssen wir sein: In unseren Augen war das Römerprojekt in diesem Jahr ein Flop. Das Programm war ziemlich eintönig und fad. Die Hälfte der Klasse hat sich eher damit beschäftigt, wach zu bleiben als zuzuhören. Ein etwas anderer Rückblick unsererseits, der allerdings immer noch sehr subjektiv ausfällt. Der ein oder andere hat sicherlich eine positivere Meinung über das Event.

Lange Vorträge und gewöhnungsbedürftige “Limonade”

Wir unterhielten uns viel über die Römer und ihre Geschichte. Viel Interesse war nicht dabei. Müde und noch halb schlafend folgten wir dem Untericht, wobei keiner wirklich etwas von diesem Tag mitgenommen hatte, da wir alle fast eingeschlafen wären. Der Projektleiter hatte auf uns einen recht positiven Eindruck gemacht. Der erste Eindruck zählt eigentlich. Das einzige, was uns nicht wirklich gefiel, war das Programm. Wir redeten viel über die Römer an sich und die Kriege, die sie führten, wobei “wir” das falsche Wort ist, da unser Projektleiter fast ausschließlich redete, und wir selber nicht viel von unserer eigenen Meinung preisgeben oder Fragen dazu stellen konnten. Wir standen auch nicht auf oder spielten irgendetwas, nein, wir saßen drei Stunden auf dem Stuhl und durften dem Projektleiter zuhören. Doch die letzten 15 Minuten Limonade machen und probieren – dachten wir. Aber wir machten keine Limonade an sich mit Zitronen und so, nein, wir machten eine Limonade (auch genannt Posca) aus der römischen Geschichte (wie sollte es bei einem Geschichtsprojekt auch anders sein…). Eine altertümliche Limo aus Wasser und Essig. Die hat uns eher weniger geschmeckt. Unsere Klasse hat es gewürgt und natürlich blieben die Gläser leer. Zur Zeit der Römer mag das ein Hit gewesen sein, bei uns war’s eher weniger ein Verkaufsschlager.

Viele Alltagsgegenstände präsentierte der Projektleiter den SchülerInnen Foto: Peter

Zum Ende hin wird’s dann doch noch praktisch und spannend

Ein wenig neue geschichtliche Erkenntnisse gab es dann doch: Als Erstes haben wir darüber geredet, wo sich die Römer überall aufgehalten und gekämpft haben. Außerdem haben wir auch noch über ihre Kleidung im Kampf unterhalten sowie ihr Gepäck usw. Sie hatten ihren Mantel als Decke benutzt. Darunter hatten sie eine Ausrüstung, die aus Brustpanzer und einem Schwert bestand. Ein Rock und auch selbstgemachte Sandalen gehörten zum Standardrepertoire. Am Ende ging es um den Abend, wie sie den verbracht hatten, z.B. mit Wein trinken oder Spiele spielen wie zum Beispiel Römer Mühle. Im Anschluss haben wir es auch selber gespielt und ausprobiert. Vielleicht dann doch noch ein praktischer, unterhaltsamer Abschluss eines eher “harten” Vormittags.

Ihr wollt mehr über die Römer erfahren? Dann lest den Exkurs dazu unterhalb von Magdalena Pavel.

(Sophia Scheffel, Carolin Lex)

Exkurs: Römische Geschichte

Das Römische Reich wurde von den Römern 753 v. Chr. gegründet und 476 n. Chr. aufgelöst. Rom war anfangs nur eine unbedeutende Stadt in Italien, doch nachdem die Römer Italien erobert hatten, traute sich kein Land rund um das Mittelmeer mehr, die Römer anzugreifen. Zum Römischen Reich gehörten auch Länder, wie das heutige Österreich oder die Schweiz. Außerdem kamen die Römer im heutigen Deutschland, in Gebieten, wie dem Rhein oder die Donau. Die Römer bauten, um ihre Grenze im Norden zu verteidigen, den Limes (eine Befestigung mit Wall und Graben). Viele Länder orientierten sich an der Lebensweise der Römer und übernahmen nicht nur einfache Erfindungen, sondern auch ihre Sprache, welche Latein war. Es gibt in der Geschichte nicht viele Reiche, die so groß gezogen wurden und so lange bestanden, wie das Römische Reich. Im Jahr 395 n. Chr. wurde es geteilt. Der westliche Teil bestand noch knapp 100 Jahre lang und Ostrom sogar noch über 1000 Jahre. Ostrom nannte man später auch Byzantinisches Reich (nach der Hauptstadt Byzanz), heute heißt, die damalige Stadt Byzanz, Istanbul und liegt in der heutigen Türkei.

Sehr zu empfehlen: Die Terra X-Doku über die “Römer” (Youtube)

Alltagsleben in Rom: Großfamilie und Gladiatoren

Alle Römer lebten, wie die meisten Völker von damals, von der Landwirtschaft. Sie hielten Vieh und bestellten Äcker. Als man das Reich vergrößerte, wuchs auch das Handwerk. Man handelte damals mit Waren und auch Sklaven. Die meisten Menschen lebten in Mietshäusern, welche wie Inseln in der Stadt nebeneinander standen, deshalb hießen sie auch “Insula”. Im Erdgeschoss dieser Häuser waren oft Geschäfte aufzufinden. Manche Mietshäuser hatten 5 Stockwerke. Reiche Leute hingegen lebten abseits des Lärms und Gestanks der Stadt, in Villen auf dem Land. Alle Villen hatten einen Innenhof (das sog. Antrarium) und einen großen Bauernhof. Der Vater war der Chef der Familie, (Frauen hatten recht wenig zu sagen). Die römischen Familien, der reichen Leute, waren Recht groß, da neben Vater, Mutter und Kinder oftmals auch andere Verwandte in den Häusern wohnten. Hinzu kommen noch Diener, Arbeiter und Sklaven. Wofür die Römer auch heute noch sehr bekannt sind, sind die Gladiatorenkämpfe. Gladiator bedeutet Schwertkämpfer, der jedoch nicht nur mit Schwertern, sondern auch mit anderen Waffen gegen andere Gladiatoren kämpft. Die Gladiatorenkämpfe fanden eigentlich nur für das Vergnügen der Römer statt. Meist hat man Sklaven zum Kampf geschickt. Obwohl viele Sklaven dabei gestorben sind, waren das lange nicht alle, denn es wäre zu teuer für die Besitzer gewesen, hätte man alle Sklaven töten lassen. Die Gladiatorenkämpfe fanden im Kolosseum statt, welches auch heute noch, das größte jemals gebaute Amphitheater ist.

(Magdalena Pavel)

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