Es wird kalt in Bayern. Zweistellige Minusgrade verzeichnet unsere Region in den vergangenen Tagen. Somit frieren auch die letzten Seen im Landkreis zu. Ein starker Kontrast zu den Jahren davor, als man aufgrund der Wärme kaum einen See fand, der sich fürs Eislaufen eignete. Deshalb auch die ungewöhnliche Frage: Wie ist das eigentlich, auf dem See mit Schlittschuhen zu laufen. Ist das überhaupt erlaubt? Dazu haben wir Rochus Tichelkamp, dem Leiter der Wasserwacht Riegsee, ein kurzes Interview geführt, um etwas schlauer zu werden.

Eislaufen in Pandemie-Zeiten?

Generell spricht nichts dagegen. Man sollte gerade nur in der aktuellen Situation darauf achten, dass man den Abstand einhalten kann und wenn zu viele auf dem See sind, einen anderen See aufsucht oder ein anderes Mal kommen. Die Pandemie ist also auch auf dem See allgegenwärtig. An sehr schönen Tagen haben sich in der Region schon derart viele Leute auf dem Eis versammelt, dass sich die Behörden und die Polizei gar nicht anders konnten, als die Gewässer zu sperren. So geschehen am vergangenen Wochenende am Froschsee in der Nähe von Murnau. Es gibt eben doch noch genügend Eislaufbegeisterte, die sich nicht an die Regeln in besonderen Zeiten halten.

Verordnung des Marktes Murnau zur Sperrung des Froschsees (Foto: Leimböck)

Dick, dicker, zugefroren?

Der See ist ab einer Dicke von 10 cm gefroren. Bei dieser Dicke könnten trotzdem noch paar Stellen nicht ganz gefroren sein, wodurch man dort einbrechen könnte. Dies ist zwar unwahrscheinlich, aber trotzdem möglich. Deswegen ist bei einer Dicke von 10 cm darauf zu achten, ob es auf dem See noch dunkle Stellen gibt. Diese Stellen nennt man Luftlöcher. Deswegen ist es dort besser, noch nicht auf’s Eis zu gehen oder nur in kleinen Gruppen. Ab einer Dicke von 15 cm ist der See zu 100% sicher. Auch dort gibt es manchmal noch kleine Luftlöcher, dies ist jedoch sehr unwahrscheinlich. Entscheidend ist wohl auch, dass man See etwas kennt bzw. versteht. Unterwasserströmungen können sehr warm sein und bestimmte Stellen

Blaue Flecken oder Schutzausrüstung?

Herr Tichelkamp rät jedem, einen Helm anzuziehen. Denn der Helm ist unser Computersystem, das bei einem Stürz oftmals Leben rettet. Keinen Helm zu tragen, ist gefährlich, denn bei einem Sturz kommt es oft zu schwerwiegenden Folgen. Der Wasserwacht-Leiter sieht deshalb den Helm als Pflicht beim Eislaufen. Wer ganz sicher gehen will, kann noch Knie- und Ellenbogenschoner anziehen. Ein paar blaue Flecken werden es wohl werden, mehr aber auch nicht.

Platsch?! Keep calm!

Wenn jemand anders oder du einbrichst ist das Wichtigste, Ruhe zu bewahren. Durch hektische Bewegungen könnt ihr euch oder andere in Gefahr bringen. Wenn jemand anders einbricht, muss sofort eine zweite Person dazugehört werden. Zuerst muss sofort die Rettung gerufen werden, die euch dann weitere Hinweise gibt, wie ihr euch verhalten sollt. Einer von euch legt sich ganz flach auf das Eis und hat in einer Hand ein Seil, das die zweite Person hält. Dann versucht ihr, euch zu dem Verunglückten hinzu zu robben und zieht ihn vorsichtig mit dem Seil hinaus. Wenn ihr wieder auf dem sicheren Boden seid, wartet auf die Rettung. Wenn ihr selber einbrecht, müsst ihr Ruhe bewahren und um Hilfe schreien. Sobald ihr rummzappelt, könnte es sein, dass ihr Wasser schluckt. Deshalb höchstes Gebot: Ruhe bewahren und versuchen, sich am Eis festzuhalten und rausziehen.

Unsere Top 3-Seen zum Eislaufen in der Region

Soirer See in Bad Bayersoien: Wenig los, gute Eisfläche und sehr idyllische Sonnenuntergänge inklusive (Foto: Bräu)
Der Pflegersee bei Garmisch-Partenkirchen: Einer der ersten Seen, die in der Region zugefroren sind und darauf warten, bevölkert zu werden. Oft allerdings sehr viel los!
Ehemalige Wirkungsstätte des SC Riessersee: Der Riessersee bei Garmisch-Partenkirchen. Aber auch hier gilt: An schönen Tagen sehr viel Andrang (Foto: Martin Sielmann/Facebook)

(Chiara Herold)

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