Was bringt die Menschen dazu, freiwillig für andere zu spenden – ganz spontan, ohne Plan aber mit viel Herz? Im März fand eine Spendensammelaktion der Realschule Murnau statt, an der auch ich als Redakteurin freiwillig gemeinsam mit anderen Schülerinnen und Schülern unserer Schule teilgenommen habe, um genau dieser Frage nachzugehen. Ein Erfahrungsbericht. Treffpunkt um 8.45 Uhr. Aldi Murnau, direkt am Volksfestplatz.

Am Anfang gab es gleich mal eine „Challenge“: Die Aufgabe der Schülerinnen und Schüler war es, die Kundinnen und Kunden anzusprechen und sie zu fragen, ob sie haltbare Lebensmittel für die Murnauer Tafel spenden möchten. Viele Menschen waren dabei sehr freundlich und hilfsbereit, einige haben sogar extra etwas gekauft, um es zu spenden. Es gab aber auch Personen, die kein Interesse hatten und einfach weitergegangen sind, ohne zu reagieren. Pech gehabt. Aber vielleicht gab und gibt es auch handfeste Gründe für so eine ablehnende Haltung gegenüber so spontanen Aktionen: ein „schlechter“ Tag, Eile, Stress oder einfach nur ein knapper Geldbeutel.

Kurz vor dem Ende der Aktion erlebten wir noch einen ganz besonderen Moment: Ein Mann, der diese Art von Unterstützung schon seit längerer Zeit regelmäßig macht, kam gemeinsam mit seiner Tochter zu uns und brachte zwei komplett voll beladene Einkaufswagen mit Lebensmitteln wie Kaffee, Marmelade, Zucker und Mehl. Diese großzügige Spende hat uns alle sehr beeindruckt und berührt. Man hat richtig gemerkt, wie wichtig ihm das Helfen ist und dass er das mit voller Überzeugung tut. Wir waren dafür unglaublich dankbar, weil solche Gesten zeigen, wie viel Gutes Menschen bewirken können und wie viel Zusammenhalt es in unserer Gesellschaft gibt.

Das „Highlight“ der Spendenaktion: Zwei komplett volle Einkaufswägen als Spende für die Murnauer Tafel Foto: Auberger

Die letzte Schicht endete um 12:45 Uhr. Bis dahin hatten wir durch die vielen Spenden einen ganzen Hänger voll mit Lebensmitteln gesammelt. Das war ein richtig beeindruckendes Ergebnis und hat gezeigt, wie viel man gemeinsam erreichen kann.

Für mich war die Aktion eine wichtige Erfahrung. Am Anfang war es ungewohnt, fremde Menschen anzusprechen, aber mit der Zeit wurde es leichter. Am Ende war ich zwar müde, aber auch stolz darauf, Teil dieser Aktion gewesen zu sein und einen kleinen Beitrag geleistet zu haben, um anderen Menschen zu helfen.

(Hanna Auberger)