Er ist nicht der erste im Landkreis und er wird auch nicht der letzte seiner Art sein: Auf 370 Quadratmetern hat die Marktgemeinde Oberammergau einen Pumptrack eröffnet. Für die, die nicht wissen, was das ist: Pumptracks sind künstlich angelegte Kurse mit Wellen, Steilkurven und Sprüngen. Ziel ist es dabei, nicht durch Treten sondern durch Gewichtsverlagerung Geschwindigkeit aufzubauen. Diese Art von Parcours ist nicht neu, wird in vielen anderen Ländern bereits flächendeckend gebaut und ersetzt oft Kinderspielplätze, weil Pumptracks eben mit fast allem auf zwei Rädern zu befahren sind, egal ob Fahrrad, Inline-Skates, Roller oder Skateboards.

Standortfrage war lange offen
Bereits kurz vor dem Wintereinbruch 2025 haben wir die neue Anlage in Oberammergau getestet. Viele Jahre hat der Marktgemeinderat des Ortes auf einen Pumptrack gehofft und darauf hingearbeitet. Vom Unternehmen „Schneestern“ gab es viele Entwürfe. Die einzige Frage, die offen war: Wo sollte dieser Kurs denn stehen? Am Ende fiel die Entscheidung auf ein Gelände direkt neben dem Fußballplatz und vor der Dreifachsportturnhalle in Oberammergau. Wenn ihr nach Oberammergau von Süden her ankommt, dann immer der Hauptstraße und der Beschilderung Sportplatz folgen. Auf den ersten Blick ein gut gewählter Standpunkt mit etwas Abstand zu den ersten Wohnhäusern und mit vielen Parkmöglichkeiten.
EU-Gelder ermöglichen Bau
Die Anlage an sich, traut man den Aussagen aus dem Rathaus, ist eine eher abgespeckte Version von dem, was ursprünglich geplant war und die dennoch Geld gekostet hat. Denn neben dem Pumptrack wurde auch noch eine Skateanlage eröffnet. Die Gemeinde meint, dadurch würde es zu weniger Konflikten mit Sportlern im Ortsbereich kommen und man biete eine „sichere“ Alternative an. Allein die Fördersumme, die durch das LEADER-Programm der Europäischen Union geflossen ist, beläuft sich auf 250.000 Euro. Der Rest wurde aus Eigenmitteln der Marktgemeinde Oberammergau finanziert.

Gelungene Anlage für Groß und Klein
Geld, das unserer Meinung nach sehr gut aufgehoben ist. Der Pumptrack in Oberammergau bietet auf eher kleiner Fläche ganz viel Abwechslung und auch das wichtigste bei so einer Art von Anlage: einen Flow! Auch kleinere Kinder schaffen es mit der richtigen Technik, ohne in die Pedale treten zu müssen, einmal um die ganze Anlage. Grund dafür sind auch die gut gelungenen Steilkurven, die, wenn man sie richtig anfährt, den richtigen Schwung mitgeben. Dazu gibt es noch Sprünge für Fortgeschrittene und einige Alternativen, den Kurs anzufahren.
Den Vergleich zu anderen Pumptracks in der Umgebung wie in Farchant, Uffing, Peißenberg, Wallgau oder Lermoos muss das Ding, das in Oberammergau entstanden ist, nicht scheuen. Er setzt andere Schwerpunkte, ist leichter als der in Lermoos, mit mehr „Flow“ als der in Farchant und dennoch abwechslungsreicher als die Anlage in Peißenberg. Man kann dem Ort nur zu dieser Anschaffung gratulieren und hoffen, dass andere Gemeinden in der Umgebung nachziehen und „Pumptracks“ nicht als Sportanlage sondern als vielfältigen Kinderspielplatz begreifen, der Kinder zur Bewegung bringt.



(Text und Fotos: Hannes Bräu)