Die Jugendmedientage des Bayerischen Rundfunks sind bei Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern beliebter denn je. Alle Workshops vor Ort im Redaktionshaus in München waren im Herbst 2025 kurz nach deren Freischaltung um 0.01 Uhr ausgebucht. „Keine Chance“, bedauerte Hannes Bräu, der als Betreuungslehrer die erfolgreiche Online-Schülerzeitung Blog im Blauen Land an der Realschule Murnau betreut, und zwei Jahre nach der letzten Teilnahme unbedingt wieder für eine produktive Runde mit seinen Bloggern in München aufschlagen wollte. Damals gab es nicht nur eine interessante Hausführung durch die Lokalitäten des BR sondern auch einen Workshop, in dem sich alles um das Thema Podcast dreht, in dem die SchülerInnen nicht nur selber kleine Radiosequenzen aufnahmen sondern auch planten und gestalteten. Das aktuelle Intro von „Hörsturz“, dem Schülerpodcast der Realschule Murnau, entstand genau an diesem Tag.

2026 wollte es zwar nicht für eine Einladung in die Landeshauptstadt reichen, dafür aber bewarb sich Bräu für einen lokalen Workshop an der Schule, der von Redakteuren vor Ort begleitet wird. Das Gute daran: Der Referent wird zwar vorgegeben, die Thematik ist aber frei wählbar. Mit Martin Breitkopf kam ein sehr erfahrener Korrespondent des BR an die Realschule im Blauen Land, dessen Berichtsgebiet bis zum Starnberger See reicht. Breitkopf gab einen Vormittag lang einigen SchülerInnen des Blogteams einen sehr interessanten Workshop, der sich aus zwei Themen zusammensetzte: Im ersten Teil ging es vor allem um das Thema Fake News und Deepfakes. Künstliche Intelligenz bombardiert zunehmend das Netz mit Falschnachrichten oder „gefälschten“ Medien wie Bildern, Videos etc. Gerade junge Menschen seien aufgrund ihrer Konsumgewohnheiten, die sich vor allem auf soziale Medien konzentrieren, gefährdet, auf diese Art von Fakes hereinzufallen. An einzelnen Beispielen zeigte Breitkopf sehr anschaulich auf, wie schnell sich mittels KI einfache Videos fälschen lassen, ohne dass dem Betrachter dies auffallen würde. Dabei ging der BR-Mann auch darauf ein, wie schnell eigene Bilder im Netz Opfer von Deepfakes sein könnten.

Im zweiten Abschnitt des Vormittags wurde es für die Teilnehmer dann etwas produktiver und vor allem aktiver. Breitkopf vermittelte und vertiefte Grundlagen des journalistischen Arbeitens. Wie stelle ich die richtigen Fragen? Wie kürzt man Nachrichten so, dass deren Kerninhalt auch im Radio abgespielt werden kann? Wie spreche ich Nachrichtentexte für das Radio ein? Breitkopf gab den SchülerInnen die Aufgabe, vorgegebene Pressetexte so weit zu kürzen und zu verändern, dass man sie anschließend mittels Mikro für einen Radiobeitrag einsprechen konnte. Natürlich durfte hier auch nicht das teure Originalmikrofon des BR fehlen. Natürlich wurden am Ende alle Ergebnisse auch angehört. Der Workshop-Leiter war dabei sichtlich angetan: „Die Schülerinnen und Schüler haben wirklich engagiert mitgemacht und gezeigt, dass sie wirklich in der Lage sind, Nachrichten zu hinterfragen und selber zu gestalten.“


(Hanna Auberger)