Zugegeben: Es kommt nicht all zu oft vor, dass man von SchülerInnen bereits auf dem Weg zum Lehrerzimmer mit gierigen, interessierten Augen angeschaut und dann urplötzlich mit der Frage konfrontiert wird: „Hey, Herr Bräu, warum sie eine Playstation 5 unterm Arm.“ Weil ich es kann, müsste die Antwort lauten. „Hast du dir das vom Schulbudget gekauft“ wäre da so die nächste Frage. Nein wäre die Antwort, wäre auch irgendwie unfair, den Betrag für eine PS5 vom Schulbudget abzubuchen. Klingt nach Bereicherung, wäre es vielleicht auch, aber am Ende vielleicht doch nicht?

Objekt der Begierde: die PS5 schlicht in Weiß Foto: Bräu

Den Siegerteams der vergangenen Jahre hat man es zu verdanken, dass man als Schülerzeitung so mal ganz schnell über 600 Euro aufbringt, um die erfolgreichste Videospielkonsole der Neuzeit in den IT-Raum zu stellen und dort auszuprobieren. Das haben unsere Blogger Flo und Sebastian gemacht. Nichts ist kaputt gegangen am ersten Tag, das erste Spiel wurde „angezockt“. Natürlich hätte man mit diesem Geld auch andere, wichtige Sache für den Blog im Blauen Land ausgeben können. Aber das war dann doch nicht der Wille des Teams. Im Schuljahr 2026/27 haben sich mittlerweile 17 SchülerInnen für die Schülerzeitung angemeldet. So viele wie nie, so jung wie noch nie. Und gerade bei so einer großen Anzahl an Bloggern musste dann die Abstimmung, weil wir sehr „männlich“ unterwandert sind, ganz klar pro PS5 ausfallen – noch vor der Drone oder teuren Luxusmikrofonen. Zocken ist eben auch eine männliche Sache und sie ist von vielen Realschülern aktuell auch die Lieblingsbechäftigung in deren Freizeit. Lebensweltannährung würde man sagen. Zocken und Schreiben – ideale Partner?

Das wird sich wohl erst herausstellen. Sicher ist aber: Einige Blogmitglieder haben bereits angekündigt, regelmäßig Testberichte von Games zu schreiben, sich damit zu beschäftigen. Was will man als Lehrkraft eigentlich mehr? Intrinsisches Lernen, vielleicht auch noch mit Freunden. Mehr geht eigentlich nicht. Generell sagen Studien, dass Gaming an sich und in Maßen kein schädlicher Prozess für Jugendliche ist, vielleicht sogar manchmal noch ein wenig mehr herausfordert. In Spielen findet man sich selber wieder, schlüpft in Rollen anderer, man muss sich nur darauf einlassen.

Wer jetzt noch an der Notwendigkeit einer PS5 zweifelt, dem kann wohl nicht mehr geholfen werden. Vielleicht wird sich der Trubel um das kleine weiße Ding mit dem Controller irgendwann legen. Vielleicht wird es zur Normalität, eine Playstation in der Schule haben. Vielleicht gibt es bayernweit Nachahmer? Wer weiß. Schauen wir mal.

(Hannes Bräu)