Am Anfang stand eine ganz verrückte Idee: Über 300 Kilometer mit Kindern von Garmisch-Partenkirchen aus über die Alpen an den Gardasee. Transalp OHNE Motor, ohne Seil, ohne Schieben oder sonstiger Hilfe. Kleinkinder auf guten Mountainbikes. Übernachtungen im Zelt auf Campingplätzen. Zeitrahmen: Maximal 9 Tage. Alles andere würde sich ergeben. Und ja: Es war und ist so lange eine verrückte Idee, bis man sie seriös plant und umsetzt. Dann ist sie nicht mehr verrückt sondern einfach nur eine Herausforderung – vor allem für die Erwachsenen.

Maximaler Minimalismus: Voraussetzungen für eine „Kinder-Transalp“

Die Etappenziele waren auf 40, max. 50 Kilometer ausgelegt, je nachdem wie viele Höhenmeter gemacht wurden, das Wetter oder die Laune der Kinder ist. Direkt nach Schulschluss vor den Pfingstferien sollte es losgehen. Drei Erwachsene, fünf Kinder im Altern von 1, 5, 6 und 7 Jahren. Maximaler Minimalismus. Vielleicht, zwei oder drei T-Shirts. Die Regel, mindestens drei Stück von jedem Kleidungsstück mitzunehmen, war aufgrund des begrenzten Platzes nicht immer einzuhalten. Die Kinder sollten auf alle Fälle nichts schleppen müssen. Dazu Zelt, Schlafsäcke, Kochutensilien und auch die Hoffnung, dass das Wetter halten würde. Ja, das Wetter war einer der großen Unsicherheitsfaktoren. Nur zwei Tage Regen und die Kinder könnten schnell die Lust verlieren. Aber genau da hatten wir Glück: Kein Regen, keine starke Hitze. Gerade Ende Mai und Anfang Juni entpuppten sich als ideale Zeit, um so eine Reise zu planen.

Die größte Herausforderung: Die Motivation der Kinder

Blieb da noch die Motivation der Kinder. Gerade hier hat man gesehen, was möglich ist, wenn Kinder die richtigen Rahmenbedingungen vorfinden, um am Ende Distanzen und Höhenunterschiede zu überwinden, die eigentlich alle für „unmöglich“ hielten. Kinder brauchen positive Gesellschaft, um über 300 Kilometer auf dem Rad abzuspulen. Neben motivierten Eltern sicher auch Freunde, die eine Fahrt über 40 oder 50 Kilometer zu einem abwechslungsreichen Erlebnis machen. Dort eine Pause am Wasser, da Steine in die Fluss werfen oder einfach nur gemeinsam Geschichten erzählen, Herausforderungen meistern. Bei der Königsetappe, den Reschenpass hinauf, legten alle Kinder mehr als 50 Kilometer und 800 Höhenmeter an einem Tag zurück. Da darf die richtige Geschichte an den 11 Kurven hinauf zur Norbertshöhe (1405 m.Ü.M.) am Reschen nicht fehlen. Die ein oder andere Extramotivation in Form von einer „Belohnung“ im Spielzeugladen, wenn die komplette Strecke alleine gefahren wird, ist natürlich auch dabei.

Und so vergehen die Tage, teils unruhige Nächte auf nicht immer luxuriösen Campingplätzen, die nicht den Kindern sondern eher den Eltern zusetzen. Ein Urlaub fern ab der Komfortzone. Keine Erholung, dafür viele Erfahrungen und Abenteuer mit den Kindern, die diese Reise sicher nie vergessen werden.

Etappen im Überblick

Garmisch-Partenkirchen – Biberwier
Biberwier – Landeck
Landeck – Camping Via Claudia See
Camping Via Claudia See – Clurns
Clurns – Meran
Meran – Leifers
Leifers – Camping Moser
Camping Moser – Camping Mario Village Caldonazzo-See

Die Stationen der Transalp mit Kindern auf einer Karte im Überblick Grafik: Chatgpt

(Hannes Bräu)