Eine Reise in die Vergangenheit

Stell dir vor: Es ist das Jahr 1910. Durch die Fenster eines Hauses in Murnau fällt Licht auf bunte Gemälde. Künstler diskutieren über neue Ideen, Pinsel liegen auf Tischen, und draußen leuchten die Farben des Blauen Landes. Genau hier, im Münter-Haus, entstand ein Teil der modernen Kunstgeschichte.

Das Zuhause einer berühmten Künstlerin

Das Münter-Haus gehörte der Künstlerin Gabriele Münter und wurde Anfang des 20. Jahrhunderts zu einem wichtigen Treffpunkt für Künstler. Gemeinsam mit Wassily Kandinsky ließ sie sich von der einzigartigen Landschaft des Blauen Landes inspirieren. Die farbenfrohen Wiesen, Seen und Berge der Region fanden ihren Weg in zahlreiche Gemälde und machten die Gegend weit über ihre Grenzen hinaus bekannt. Das Münter-Haus ist auch ein Zuhause der „Blauen Reiter“, einer Künstlergruppe, die vom Blauen Land, dessen Kultur und Landschaft beeindruckt war. Blicke aus dem Fenster des Münter-Hauses und auch die direkte Umgebung des Gebäudes selber haben zahlreiche Inspirationen geliefert. In diesem Haus wurden berühmte Gemälde der Gruppe im Keller vor dem Nationalsozialismus gerettet. Kunst hat hier buchstäblich ein Zuhause. (Mehr zu den Blauen Reitern gibt es auch auf der Website des Murnauer Schlossmuseums: Neue Künstlervereinigung München | Der Blaue Reiter)

Berühmte Künstlerin, Gabrielle Münter Fotoquelle: Instagram

Ein Museum mit Geschichte

Heute ist das Münter-Haus ein Museum und ein bedeutendes Stück regionaler Geschichte. Besucher können dort originale Möbel, Kunstwerke und sogar Wandmalereien entdecken. Dadurch erhält man einen faszinierenden Einblick in das Leben und Arbeiten der Künstler vor über 100 Jahren.

Wassily Kandinsky, Gabriele Münter beim Malen der Griesbräutochter, 1909, Öl auf Karton, Dauerleihgabe der Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, München Quelle: Schlossmuseum Murnau

Warum sich ein Besuch lohnt

Für Schülerinnen und Schüler bietet das Münter-Haus die Möglichkeit, Kunst und Geschichte nicht nur aus Büchern kennenzulernen, sondern direkt vor Ort zu erleben. Es zeigt, dass große Ideen manchmal an Orten entstehen, die direkt vor unserer Haustür liegen.

(Hanna Auberger)