Wir leben in einem Zeitalter in dem der Feminismus immer mehr Gehör bekommt und manche Menschen fangen an, sich zu fragen, ob sich diese Bewegung, bei der es eigentlich um die Gleichstellung und Gleichberechtigung der Geschlechter geht, eventuell eine immer mehr „männerfeindliche“ Haltung entwickelt hat. Diese Frage sorgt zudem auch für immer mehr Kampf zwischen Feministen und Männern. Aber ist dies auch berechtigt? Wo liegt die Grenze und wer trägt die Schuld?

Männerhass ist kein Feminismus!
Die Behauptung, dass jede Feministin gleichzeitig auch eine Person ist, die Männer verachtet, wird immer öfter gehört und entspricht einfach nicht der Wahrheit. Der Feminismus kritisiert lediglich die vorhandenen Machtstrukturen, was nicht mit Männerhass gleichgestellt werden kann. Feministen wollen Rechte für Frauen, nicht gegen Männer. Der Feminismus setzt sich sogar für die Gleichberechtigung aller, also einschließlich der Männer, ein, was vielen gar nicht bewusst ist. Denn ja, Männer können auch Feministen sein! Zwischen Männerhass und Feminismus liegen Welten und man sollte diese beiden Begriffe nicht miteinander verbinden, denn Männerhass hat nichts mit Feminismus zu tun und andersrum genauso.
Frauen sind auch Teil des Problems
Die Grenze zwischen Feminismus und Männerhass wird immer dünner auch wenn diese nichts miteinander zu tun haben und leider bekommt man immer mehr mit, dass Männer den Feminismus eher als „übertrieben“ sehen, da man sich logischerweise von dieser Männerverachtung angegriffen fühlen. Das Problem hier ist wirklich, dass viele Frauen die Denkweise übernommen haben: Feminismus bedeutet automatisch Hass gegenüber Männern, denn genau dies ist es eben nicht. Diese Bewegung ist dafür da, unsere Geschlechter gleichzustellen und sich von alten Stereotypen zu verabschieden. Dabei alles den Männern in die Schuhe zu schieben, ist nicht nur unfair, sondern auch heuchlerisch, denn, in dem man das andere Geschlecht sozial abwertet, um sich höher zu stellen, wird genau das gemacht, wogegen der Feminismus eigentlich kämpft und die Rollen werden nur getauscht anstatt gleichgestellt.
Feminismus und Männerhass: Klare Grenzen
Feminismus ist eine Bewegung für Gleichgerechtigkeit und Gleichberechtigung während Männerhass einfach nur eine negative Haltung gegenüber dem männlichen Geschlecht darstellt, die nicht mit dem Feminismus verglichen werden sollten oder in irgendeiner Weise zusammen hängen. Die Grenze liegt darin sein Anliegen respektvoll zu formulieren und in kein Feindbild zu fallen, da genau das gegen den Feminismus spricht. Nur wenn man dieses Prinzip verstanden hat kann unsere Gesellschaft sich zu einer gleichwertenden und respektvollen Gemeinschaft entwickeln.
(Sophia Scheffel)
Toller Artikel! Es ist wichtig ,dass solche Missverständnisse aufgeklärt werden!
Es ist zwar schön, wenn Sie den Feminismus nicht mit Misandrie gleichsetzen, leider aber hat sich der Feminismus gewandelt. Ich komme aus einer Zeit, in der wir Lieder wie „We shall overcome“ mit Inbrunst gesungen haben. Leider ist der männliche Chauvinismus, den wir zu dieser Zeit noch erleben mussten, gekippt in weiblichen Chauvinismus – und ein solcher ist gleichbedeutend mit Misandrie, mit Abwertung. Eine Zeitlang spielte ich mit dem Gedanken, mich dem Maskulinismus als Gegengewicht zuzuwenden. Aber ich denke, man sollte weder Maskulinist noch Feministin sein – wie wäre es mit „Emanzipist“? Sollten Sie Bedenken über die Stichhaltigkeit dessen haben, was ich hier behaupte, so sehen Sie sich Werbung, Filme und Serien an, auch aktuelle Romane selbst Kinderbücher können Sie dafür in die Hand nehmen. Jetzt drehen Sie einfach die Rollen um. Der Mann ist eine Frau, die Frau ein Mann. Da verhauen unterernährte Frauen zweizentner Schwere Männer, da sind die Frauen (fast ohne Ausnahme) die Cleveren, die Männer die Flintenspanner. Die Frauen tatschen den Männern auf den Po und machen dabei sexistische Bemerkungen usw. usf. Dass es gleichzeitig Phänomene gibt, die mein emanzipistisches Herz bluten lassen, weil Frauen zu Sexualobjekten erniedrigt werden, das sei auch erwähnt. Ich denke dabei z.B. an die Sportkleidung, die eher in einem Stripclub als beim Turnen angemessen wäre. Nun ja, es wurde nicht besser, nur anders!
Was die Preisvergabe für literarische Leistungen betrifft, auch ein durchschlagender Erfolg des Feminismus, kann ich Ihnen meine Novelle „Es war einen Versuch wert!“ empfehlen. Bei Bedarf schicke ich eine E-Book Version zu.