Die Methodik
Letztens bin ich auf eine Aussage gestoßen, dass es vielen Teenagern in Deutschland es immer schlechter geht. Aktuelle Statistiken (siehe Bild unten) zeichnen sogar ein düsteres Bild. Über die Hälfte aller befragen jungen Menschen leidet unter Stress. Ungefähr ein Drittel ist erschöpft und jeder zehnte hatte oder hat Selbstmordgedanken. Stimmt das? Und wenn ja, was was sind die Gründe dafür? Aber welche Leute könnte man nicht bessern befrage, als die, um die es geht? Deshalb habe ich viele Teenager danach gefragt und bin auf viele Antworten gestoßen. Bei der Umfrage hatte ich ein genaues Verfahren.

Je eine Klasse aus den Jahrgangsstufen 6, 7, 8 und 9 und zwei 10. Klassen bekamen einen Umfragebogen, den die Schüler ehrlich beantworteten. Aus den rund 150 beantworteten Blättern konnten wir dann herausfinden, ob es Teenagern wirklich so schlecht geht und die Hauptgründe ausfindig machen. Dabei wurden die Fragen relativ offen gelassen. Für jede Stimmung gab es eine Antwortmöglichkeit von „trifft voll zu“ bis „gar nicht“. Am Ende des Fragebogens konnten alle nochmals einen Kommentar hinterlassen.

Die Ergebnisse: So schlecht kann es uns doch gar nicht gehen, oder?
Was mir aufgefallen ist, dass so ziemlich jede Klassenstufe relativ im Mittelfeld spielt und sich einigermaßen gut fühlt und sich oft mit Freunden treffen, was natürlich auch einen großen Einfluss hat. Natürlich gab es vereinzelt Ausnahmen. Von allen befragten Klassen haben die meisten 7. Klässler angekreuzt, dass Schule einen großen Einfluss auf ihr Wohlbefinden hat. Generell fällt auf, dass Schule sich ganz stark auf die Psyche der Kids auswirken kann. Das fanden wir sehr interessant. Außerdem fühlen viele Jugendliche, dass sie von der Politik kaum gehört werden. Dazu kommt noch das leidige Thema „social media“, das über alle Jahrgangsstufen hinweg zwar präsent ist, allerdings nicht so stark auf den Alltag der Jugendlichen Einfluss nimmt als gedacht. Leistungsdruck fühlt man aber auch in Murnau. Fast ein Drittel der Befragten spürt diese hohen Erwartungen.
Aber wenn die meisten im Mittelfeld mitspielen, wieso gibt es dann diese Aussage, dass es Teenagern immer schlechter geht, wenn viele abgestimmt haben, dass sie gut Zeit für Hobbys und sich selbst haben? Hatte ich einfach Glück und befragte Klassen / eine Schule mit vielen zufriedenen Schülern und konnte eine Klasse/Schule mit vielen unzufriedenen Schüler gar nicht befragen. Natürlich sind die Ergebnisse mit Vorsicht zu genießen. Wir leben schließlich auf dem Land in Murnau, einer wohlhabenden Gegend, in der viele SchülerInnen in Sachen Schule und Freizeit viele Möglichkeiten haben, weniger in die „falsche“ Richtung abdriften. Das sieht man auch daran, dass die allermeisten Jugendlichen einen guten Freundeskreis haben, also ein soziales Netzwerk, auf das sie zurückgreifen können. Positiv sicher, dass die meisten Befragten wohl gut mit social media umgehen können und dem digitalen Raum nicht zu viel Zeit und Raum lassen.

(Erstellung/Auswertung/Text: Elena Schäfer / Auswertung: Hanna Auberger)